Blutegeltherapie

Was versteht man unter Blutegeltherapie (Hirudotherapie)?

Die Therapie gehört zu den sogenannten ausleitenden Heilverfahren; d.h. die Beseitigung von lokalen Fülle-, Stauungs- und Schmerzzuständen steht im Vordergrund.

Der Biß eines Bluegels hat

  • gerinnungshemmende Wirkung (Hirudin)
  • entzündungshemmende Wirkung (Eglin)
  • antibakterielle W. (Hyarolonidase)
  • antithrombotische W.(Calin)
  • immunisierende W.
  • antideppressive W. (Ausschüttung von Endorphinen)

Geschichte der Blutegeltherapie

Blutegel (Hirudo medicinalis officinalis) werden schon seit Jahrtausendenzu medizinischen Zwecken beim Menschen eingesetzt. Nach einem „Blutegelboom“ zu beginn des 19. Jahrhunderts waren die Tierchen in Europa nahezu ausgestorben und man war gezwungen sie in Zuchtanstalten zu vermehren. Nach Entdeckung der Bakterien im Allgemeinen als Krankheitsursache nahm der Einsatz der Egel ab.

Durch neuere Forschungen im Rahmen der Unfallchirurgie und Orthopädie werden die Egel wieder vielfältig eingesetzt und haben auch in die Tiermedizin Einzug gehalten.
Einsatzgebiete der Egeltherapie in der Veterinärmedizin

Orthopädie (Dackellähme, Cauda equina, Hüftgelenksdysplasie, Arthrosen, Spondylosen, Podotrochleose)Wundheilungsstörungen (Ödeme, Hämatome, Phlegmonen, Venenentzündungen, Abszeße)Durchblutungsstörungen (Schlaganfall, demenzartige Erkrankungen)

Wann dürfen Egel nicht angesetzt werden?

  • Blutungsneigung (Hämophilie)
  • schwere Anämie
  • fortgeschrittene Lebererkrankungen
  • ausgeprägte Immunschwäche und Allergie

Ist die Behandlung schmerzhaft, Nebenwirkungen ?

  • Bisse können lokal Juckreiz verursachen , ähnlich wie bei Insektenstichen
  • Tiere tolerieren die Egel als etwas Natürliches
  • verlängerte Nachblutung
  • Wundinfektionen
  • vorübergehende lokale Schwellungen
  • Vernarbungen an der Bißstelle