Physiotherapie

Liebe Kunden, liebe Interessierte, liebe Betroffene!

Im folgenden möchte ich Ihnen Antworten und Einblicke geben auf folgende Fragen und Themenkreise:

  • Was ist Physiotherapie ?
  • Wirkung physiotherapeutischer Behandlung
  • Wie läuft eine physiotherapeutische Behandlung ab?

Machen Sie mit mir einen Ausflug in die Veterinär-Physiotherapie: 

Was ist Physiotherapie?

Pschyrembels Klinisches Wörterbuch von 2005 definiert Physiotherapie als die „Behandlung gestörter physiologischer Funktionen mit physikalischen, naturgegebenen Mitteln“. In einem anerkannten Physiotherapielehrbuch für die Humanmedizin wird die Definition „Die Physiotherapie veranlaßt den Körper zur aktiven Überwindung von Störungen, Fehlläufen und Krankheitsprozessen, die er ohne Hilfe, direkt und spontan, nicht bewältigen kann. Physiotherapie bewirkt dies indirekt über die Reaktion auf ihre Reize“ gegeben

CORDES et.al. PHYSIOTHERAPIE 2002

Aber der Begriff Physiotherapie stellt nicht die physikalischen Therapiemittel, sondern ihre physiologischen Wirkungen in den Vordergrund.

Die Physiotherapie ist eine klinische Fachrichtung, die ihre Aufgaben nur in interdisziplinärer Partnerschaft und durch qualifizierte Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Physiotherapeuten und ihren Mitarbeitern erfüllen kann

CORDES et.al. PHYSIOTHERAPIE 2002

Die Physiotherapie gliedert sich in verschiedene Teilgebiete, denen spezielle Physiotherapiemittel zugeordnet sind:

  •   Wasser (Hydrotherapie)
  •   Wärme/Kälte (Thermotherapie)
  •   Licht (Phototherapie)
  •   Luft (Klimatherapie)
  •   Statisch-mechanische Mittel (Massage)
  •   Dynamische Mittel (Krankengymnastik, Ergotherapie)
  •   Heilquellen (Balneotherapie)
  •   Elektrizität (Elektrotherapie)

Wie wirkt Physiotherapie ?

In der Physiotherapie nutzen wir die Fähigkeit des Körpers zur Regulation von Funktionen und Leistungen des Körpers. Gezielt setzen wir an Haut, Schleimhaut, Unterhaut und Muskulatur einen Behandlungsreiz. Dieser, wird im Körper des Patienten über verschiedene Schaltstellen zum Gehirn übertragen. Das Gehirn bewirkt dann die Reaktion des Körpers auf den Behandlungsreiz. Ziel ist die Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung des körperlichen Gleichgewichtes des behandelten Tieres.

Durch regelmäßige physiotherapeutische Behandlung können wir auf diese Weise dem Patienten helfen bei der Anpassung des Organismus an Umweltanforderungen.

Ebenso können wir mit Hilfe einer regelmäßigen, gezielten physiotherapeutischen Reizsetzung die Erholung und Heilung körperlicher Beschwerden unterstützen und beschleunigen.

Ein derartig behandelter Physiotherapiepatient kann besser gewappnet sein gegen schädigende Einflüsse aus der Umwelt.

Der Grundgedanke der physiotherapeutischen Behandlung ist es, durch gezielte Reizsetzung den Körper des Patienten zu einer Reaktion zu veranlassen, die zu einer dauerhaften Verbesserung der körperlichen Situation führen kann. Dabei gilt wie im täglichen Leben: je höher die Reizstärke, umso stärker die Erregung des Körpers und um so kürzer die notwendige Reizdauer! Abhängig vom Therapieziel kann entweder mit Erhaltungsreizen oder Trainings-/ Übungsreizen gearbeitet werden. Vermieden werden sollten überfordernde Reize.

Diese physiktherapeutischen Reize können durch Wärme, Bewegung, Massage, Widerstand, Druck und Zug erzeugt werden. Aber es kann auch mit elektrischen und elektromagnetischen Reize gearbeitet werden. Auch Reizkombinationen finden Anwendung wie z.B. beim Unterwasserlaufband als Kombination von Wärme, Bewegung und Wasserwiderstand oder auch hinsichtlich der zeitlichen Abfolge, z.B. Massage nach heißer Rolle, d.h. Wärmereiz gefolgt von Massage.

Wie läuft eine physiotherapeutische Behandlung ab?

Die fachgerechte, physiotherapeutische Behandlung setzt eine umfangreiche Befundung mit detaillierter Vorberichterhebung, genauer Untersuchung und Dokumentation zur Bestimmung von Therapiestadium und Therapieziel sowie Festlegung eines Therapieplans voraus.

Die Vorberichterhebung umfaßt die gewöhnlichen Fragen nach dem Allgemeinbefinden des Tieres aus der Sicht des Besitzers sowie eine spezielle Vorberichterhebung, die dem Therapeuten Eindrücke vom Patienten vermitteln sollen hinsichtlich seines Schmerzempfindens, seiner Bewegung, der täglichen Laufstrecke, evtl. auftretender Lahmheiten, seines Freß-, Trink- und Kotabsatzverhaltens, seiner Reaktion auf Wasser, Wärme und seiner Lebensumstände (z.B. andere Hunde, Katzen, Kinder im Haushalt, tägliche Zeitkapazität für Hausaufgaben etc.). 

Dann folgt die Befundung:

Nach der allgemeinen umfaßt die spezielle Untersuchung die Adspektion in Ruhe von allen Seiten & nach Möglichkeit im Stehen, Sitzen und Liegen! 

Beurteilt und dokumentiert werden Oberflächenbeschaffenheit (Haarkleidveränderung), Konturveränderungen, Schwellung, Muskelatrophie, Asymmetrie, Gelenkkonturen, reproduzierbare Schonhaltung, Sitz-, Stand-, Gangfähigkeit u.v.a.m.

Weiterführende Untersuchungen i.F.v. Röntgen, CT, MRT, Ultraschall oder Blutanalyse können sinnvoll und notwendig sein.

Diese aufwendige physiotherapeutische Befundung dient der Feststellung von:

1. Therapiestadium

  • akute Schutzphase (Zeitraum, in dem nach Trauma oder OP ein Höchstmaß an Ruhe und Schonung erfolgen muß, um eine optimale Heilung zu gewährleisten. Bei chirurgischen Patienten wird dieser Zeitraum vom Operateur festgelegt)
  • relative    Schutzphase, Phase der kontrollierten Bewegung
  • chronisches Stadium, Phase der Funktionsrückkehr

Das Therapiestadium bstimmt letztlich die Reizstärke, Reizintensität, Reizfrequenz und die Auswahl der Therapiemittel.

2. Therapieziele

3. Therapiekonzept

  • Physiotherapeutische Behandlung
  • Besitzerberatung und –unterweisung

Konnte ich Sie neugierig machen? Dann melden Sie sich gerne unter 02226 / 9082013 in der Praxis. Wir beraten Sie gerne weiter!

Noch ein paar Eindrücke von physiotherapeutischen Anwendungen:

Eine Behandlung mit Low-Level-Laser
Massageanwendungen
Behandlung mit therapeutischem Ultraschall
Elektrotherapie
Unterwasserlaufbandbehandlung